Träumer

Ich denke, sie hat mich gar nicht bemerkt, so tief war sie in ihrem Tagtraum versunken. Irgendwo in einer der vielen Madrassas in Usbekistan. Täglich sah sie die Besucher aus fernen Ländern, die für sie unerreichbar erscheinen müssen. Aber in ihrem Traum ist sie unterwegs und erlebt all den Luxus und Reichtum den sie beim Beobachten nur erahnen kann. Im Gegensatz zu ihrer Wirklichkeit muss es ihr vorkommen, wie ein Leben im Paradies ohne jegliche Grenzen. Ja, Freiheit verbindet sie mit solch einem Leben. Das da etwas sein könnte, dass sie für dieses vermeintlich freiheitliche Leben opfern müsste, ist in ihrem Traum natürlich ausgeblendet.
So ist bei allen Menschen auf dieser Welt und es ist auch das was uns Alle verbindet. Wir träumen immer nur von den Dingen die wir nicht haben und uns sehnlich wünschen. Niemals aber von den Dingen die wir haben und sehnlichst brauchen. Denn es ist Liebe und Anerkennung die unserem Leben erst einen Sinn geben und nicht das Streben nach mehr Wohlstand.

 

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4 Kommentare

  1. Helmi

    Das ist ein schöner Kommentar. Es ist schon so: das was man hat, beachtet man kaum. Das was andere haben erscheint immer viel interessanter. Erst später merkt man, was im Leben wirklich wichtig ist. Obwohl auch das nicht bei allen Menschen das Gleiche ist. Mancher bleibt dabei und sucht sein Glück auch weiterhin in Äußerlichkeiten und in materiellen Dingen. Aber viele erkennen auch, dass es wichtigeres gibt im Leben. Aber ohne das eine erkennt man das andere vielleicht nie. Dann träumt man bis zum Ende seines Lebens und denkt immer, man habe etwas verpasst. Gut, dass ich den Wohlstand kenne und weiß, dass andere Dinge – zumindest für mich – wichtiger geworden sind.

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    1. burkhard (Beitrag Autor)

      Na ja, andererseits wenn man denn am Ende so gar keine Träume mehr hat läuft Gefahr sich nicht mehr weiter zu entwickeln. Denn Träume sind auch der Wunsch sich zu verändern. Aber du hast schon Recht es sollte eben nicht um Materielles und Äußerlichkeiten gehen. 🙂

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  2. Angelika

    Jedenfalls sind Eure Gedanken ein wichtiger Hinweis auf das was zählt. Und ich würde mir wünschen, das diese Gedanken nicht nur gelesen, sondern auch durchdacht würden. Jeden Tag nur einen Moment innehalten und darüber nachdenken, würde uns allen gut tun und auch das Ein oder Andere in unserem Leben verändern. Es würde zu mehr Zufriedenheit führen, was in unserer Welt so dringend benötigt wird.

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    1. burkhard (Beitrag Autor)

      Ja wohl wahr was du sagst. Die Frage ist nur ob dieses Innehalten in dieser unserer Gesellschaft überhaupt noch erlaubt ist? Oder muss man ein schlechtes Gewissen. haben weil man gleich als faul angesehen wird, was natürlich keiner will. Deshalb treiben wir uns auch noch selbst immer mehr an und leben am Ende wie in einem Film ohne die Handlung richtig zu verstehen. Du hast Recht, das wesentliche liegt in uns Selbst und das dürfen wir nicht vergessen. Lieben Dank, Angelika

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